
Spitzenfußball auf Amateurniveau? Sechs Millionen Zuschauer hatte die Bundesliga an Ihrem Re - Start. Das Interesse war also groß genug. Die Fußballspiele haben wohl doch gefehlt, zumindest bei einigen Millionen. Das Spiel ansich, nicht die Fanchoreo, die Anfeuerung, der Beifall oder der Torjubel stand an erster Stelle. Reicht das ? Ist es das, was wir uns vom Millionenspiel erhoffen ? Die Bundesliga wurde auf Amateuerniveau heruntergestuft, was die Zuschauerzahl angeht. Viele Spieler fanden sich abrupt in Ihre Jugendzeit erinnert. Mag sein, dass man sich an das gewöhnt, normal wird es dadurch nicht. Keine andere Teamsportart in Deutschland ist so unabhängig von den Eintrittsgelder wie der Bundesligafußball. Darum werden die Spiele stattfinden, weil wesentlich mehr auf dem Spiel steht, als das Spiel und die Fans ansich. Wenn wir daraus eine Lehre ziehen, dann die, dass die Bundesliga ohne uns vor Ort, aber nur mit den Geldgebern weiterleben kann. Deutlicher konnte man das am Wochenende nicht erkennen. Wenn die Bundesliga aus Corona etwas lernen kann, ist es, dass nur Lippenbekenntnisse der Spieler oder Verantwortlichen nicht ausreichen wird, um den Fans zu zeigen, dass der Ball eigentlich für Sie rollt. Das Jahr 2020 wird nicht mehr mit vollen Stadien enden, umso mehr müssen die Profis alles tun, um die entstandene Distanz zu Ihren Fans wieder Stück für Stück zu verkleinern. Siege oder Titel in der zuschauer freien Zeit werden da kein Trostpflaster sein.

Der Corona Virus hat direkte Auswirkungen auf den gesamten Teamsport in Deutschland. Selbst wenn die Beschränkungen langsam zurückgenommen werden, es wird auf Dauer keinen normalen Trainings- und Spielbetrieb, gerade bei den Breitensportvereinen geben. Das wird die Vereine verändern, die Organisation, den Trainingsbetrieb, das Miteinander. Vereinsfeste, Veranstaltungen, dass ist alles derzeit undenkbar. Da geht es nicht nur um die Vereinskultur, da geht es auch um Einnahmen die ein Verein dringend braucht. Erst wenn es eine Impfung gibt oder eine absolut sichere Behandlungsmethode, werden die Beschränkungen aufgehoben. Wir reden da über einen Zeitraum, der bis ins Jahr 2021 geht. Eine lange Zeit um eine Vereinskultur aufrecht zu erhalten. Die Krise schafft noch ein zweites Problem. Viele Vereine werden durch kleine Sponsoren unterstützt. Sponsoren die nun selbst um das Überleben kämpfen. Das wird unsere Amateurverein auch vermehrt einschränken. Gibt es ein Konzept, kann es überhaupt ein Konzept für eine derart weitreichende Krise geben ? Die Hoffnung liegt in der Kraft der Vereine, Vereine die es über Jahrzehnte schon gibt. Die Kraft der Mitglieder, die Kraft der Gemeinschaft, auch die Kraft daraus Ideen zu schöpfen, neue Wege zu gehen. Wir werden sicher noch viele Monate darüber reden, wie es den Breitensport nach Corona gibt.